Der Schwimmer

Eine Frau verlässt ihren Mann und die zwei Kinder, um in den Westen zu gehen. Ihre Familie wird dadurch wurzellos, streift durch das Land, kommt mal für einen Sommer bei Freunden unter, dann bei Verwandten – eine Heimat gibt es nicht mehr.

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Das Buch in einem Satz: Ein Mann zieht mit seinen Kindern durch Ungarn und sucht eine Heimat, die es nicht gibt.

Kurzinhalt: Ungarn, irgendwann vor der Zeit der offenen Grenzen. Eine Frau hält es nicht mehr länger aus: Sie flieht mit ihrer Freundin in den Westen. Zurück lässt sie einen Mann und zwei Kinder. Die müssen von nun an sehen, wie sie alleine durchkommen. Sie kommen bei Freunden unter und bei Verwandten, leben mal hier und mal dort. Am schönsten ist die Zeit am See, als sie Schwimmen lernen und sich frei fühlen. Ansonsten bleibt ein Gefühl der Wurzellosigkeit, ein Gefühl des Verlassenseins und des Nichtverstehens.

Was mir gefällt: Ich habe alle (glaube ich) Bücher von Zsusza Bánk gelesen. Sie alle haben eines gemeinsam: Eine ruhige, fast schon meditative Erzählweise. Es sind Augenblicke, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Manchmal möchte man sie schubsen und sagen: Mach mal hinne, schneller, was passiert denn dann? Aber es geht nicht um das, was passiert. Es geht um das Gefühl, das sich vermittelt. Und das kann die Autorin sehr gut übertragen.

Was mir nicht gefällt: Ich bin eine ungeduldige Leserin, daher sind die Bücher von Zsuzsa Bánk für mich nicht leicht zu lesen. Ich muss mich auf das Tempo einlassen und das geht nur, wenn ich selber meine Ruhe habe und keinen stressigen Tag. Teile hätte man dennoch straffen können, finde ich. Und mein Problem ist mal wieder, dass ich mich bei den vielen Namen manchmal nicht mehr zurechtgefunden habe.

Der Verlag sagt: Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann Kálmán verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land.
Während Kálmán in Schwermut verfällt, errichten sich Kata und ihr kleiner Bruder Isti ihre eigene Welt: Isti hört, was die Dinge zu erzählen haben – das Haus, die Steine, die Pflanzen, der Schnee -, während Kata den Geschichten der Menschen zuhört, denen sie auf ihrer jahrelangen Reise begegnet. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen, an Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine weiten Bahnen zieht und wenn sie selber schwimmen – nur dann finden sie verzauberte Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt.

Gesamtbewertung: ✭✭✭✫✫

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Deutscher Titel: Der Schwimmer
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 2004
ISBN: 978-3-596-15248-3
Seiten: 288

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